Einblicke & Wirkungsräume

Die folgenden Einblicke geben einen Eindruck davon, wie ich in unterschiedlichen Bildungskontexten arbeite. Sie zeigen keine vollständigen Projekte, sondern typische Ausgangslagen, Denkverschiebungen und Veränderungen in der Zusammenarbeit.


Arbeitsbeispiel 1: Einzelperson (Lehrkraft)

Rollenklärung in einem diversitätsgeprägten Unterrichtskontext

Ausgangslage:
Eine Lehrkraft in einer Integrationsklasse hatte ein fachlich durchdachtes Unterrichtskonzept entwickelt, das jedoch bei den Lernenden auf Grund deren unterschiedlichster Vorkenntnisse, sowie struktureller Volatilität der Klassengemeinschaft kaum Resonanz erzeugte. Trotz hoher eigener Motivation blieb Beteiligung fragmentiert und ungleich verteilt.

Zentrale Denkverschiebung:
Im gemeinsamen Arbeiten wurde deutlich, dass nicht die Inhalte, sondern das implizite Rollenverständnis den Lernprozess prägte. Durch die Klärung der eigenen Rolle im Zusammenspiel mit den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden entstand ein neues Verständnis von Verantwortung, Angebot und Wirkung. Die Lehrkraft erkannte, dass sei bereits verschiedenste Hebel zur Förderung einer produktiven Interaktion mit den Schüler:innen, aber auch der Schüler:innen untereinander besaß, die sie nur noch umsetzen musste. Im Coaching wurden zudem völlig neue Wege des Zugangs zum Sprachen-Lernen entwickelt, wie beispielsweise die Visualisierung von Ideen durch Zielbilder, oder die Förderung von Kommunikation durch das gemeinsame Bauen.

Veränderung:
Die Lehrkraft gestaltete ihr Handeln bewusster als Einladung zur Beteiligung. Lernende wurden aktiver, Zusammenarbeit konstruktiver und Lernprozesse differenzierter möglich.


Arbeitsbeispiel 2: Team (Hochschule / Institut)

Gemeinsame Wirksamkeit in einem projektbasierten Studienformat

Ausgangslage:
Ein Team aus Dozent:innen arbeitete an der Weiterentwicklung eines projektbasierten Studienmoduls. Obschon das Facilitations–Konzept der Dozierenden bereits sehr ausgereift war, hemmten unterschiedliche Erwartungen, Rollenbilder und Verständnisse von Lehre die Durchführungseffektivität und führten zu ineffizienter Abstimmung. Wirkung und Begeisterung bei den Studierenden war zwar vorhanden, aber unter hohem internen Aufwand und fehlender direkter Sichtbarkeit des Lernens für die Betreuenden.

Zentrale Denkverschiebung:
Durch die systematische Analyse von Rollen, Verantwortlichkeiten und bestehendem Wertefluss wurde sichtbar, wo auf Rollenverständnissen basierende Zusammenarbeit Wirkung erzeugen konnte. Das Team erhielt so die Möglichkeit sich intern völlig neu entsprechend seiner individuellen Kompetenzen aufzustellen, und diese auch für die Lernenden sichtbar und zugänglich zu machen.

Veränderung:
Das Team entwickelte ein gemeinsames Verständnis von Zusammenarbeit und konnte projektbasiertes Lernen klarer und kraftvoller strukturieren, ohne die Offenheit des Konzepts zu verlieren.


Arbeitsbeispiel 3: Projektbasierter Lernkontext (Schule)

Projektbasiertes Lernen als systemischer Entwicklungsraum in der Organisation

Ausgangslage:
In projektbasierten Lernformaten einer entsprechend aufgestellten Bildungsinstitution zeigte sich wiederholt eine Überforderung aller Beteiligten: bei Lernenden, Lehrenden und Koordinierenden. Verantwortung, Erwartungen und Entscheidungsräume blieben diffus und daraus entstand eine kognitive Dissonanz zwischen der gewünschten Wirkung und der tatsächlich umsetzbaren Praxis. Das Ziel einer selbstgesteuerten und kolloaborativen Kompetenzentwicklung und des Verständnisses für den eigenen Lernprozess blieb aus.

Zentrale Denkverschiebung:
Projekt-Lernen wurde nicht länger als Methode, sondern als systemischer Entwicklungsraum verstanden, in dem Rollen, Beziehungen und Wertschöpfung bewusst gestaltet werden müssen.

Veränderung:
Lernprozesse wurden tragfähiger, Verantwortlichkeiten klarer und Zusammenarbeit deutlich produktiver – ohne die Komplexität des Formats zu reduzieren.


… oder weitere Beispiele kennenzulernen!