Fachliche Grundlagen

Die Basis meiner Arbeit

Meine Arbeit als Facilitatorin, Coachin und Wissenschaftlerin basiert auf einem systemischen Verständnis von Lernen, Zusammenarbeit und organisationaler Entwicklung. Sie verbindet Facilitation, projektbasiertes Lernen und Erkenntnisse aus der Theorie komplexer adaptiver Systeme zu einem kohärenten Denk- und Arbeitsrahmen.

Ein zentrales Element dieser Forschung ist die Betrachtung von Lern- und Bildungskontexten als komplexe adaptive Systeme. Lernen wird dabei nicht als linearer Kompetenzaufbau verstanden, sondern als sozialer, expansiver Prozess, in dem neue Formen der Zusammenarbeit, neue Rollenverständnisse und neue kulturelle Praktiken entstehen.

Fachliche Grundlagen

Meine Arbeit als Facilitatorin für kollaborative Wirksamkeit basiert auf einer über mehrere Jahre hinweg entwickelten, kohärenten Forschungslinie. Im Zentrum steht die Frage, wie Lern- und Bildungssysteme so gestaltet werden können, dass Zusammenarbeit, Verantwortung und Entwicklung nicht nur intendiert, sondern tatsächlich wirksam werden.

Ausgangspunkt dieser Forschung ist das projektbasierte Lernen als komplexe soziale Praxis. Daran anschließend habe ich untersucht, wie Rollenverständnisse, Werteflüsse und Austauschbeziehungen das Lernen und die Zusammenarbeit von Lehrenden, Lernenden und Organisationen prägen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Rolle von Facilitation als verbindendes Element zwischen didaktischer Gestaltung, organisationalen Rahmenbedingungen und individueller Handlungskompetenz.

Die hier aufgeführten Publikationen geben Einblick in diese fachliche Entwicklung – von grundlegenden theoretischen Überlegungen über methodische Innovationen bis hin zu anwendungsnahen Studien in schulischen und hochschulischen Kontexten. Sie bilden das wissenschaftliche Fundament meines heutigen Ansatzes in Beratung, Facilitation und Prozessbegleitung.

1. Facilitation – Zusammenarbeit fördern

Facilitation verstehe ich als die bewusste Gestaltung von Denk-, Kommunikations- und Entscheidungsprozessen in Gruppen und Organisationen. Ziel ist es nicht, Lösungen vorzugeben, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Gruppen ihr eigenes Lösungspotenzial entfalten können.

Als Facilitatorin begleite ich Prozesse, ohne inhaltlich zu steuern. Ich unterstütze Gruppen dabei, Rollen zu klären, Perspektiven sichtbar zu machen und tragfähige Entscheidungen zu entwickeln – gerade in komplexen oder konfliktbehafteten Situationen.

Facilitation bedeutet dabei:

  • Wirkung ermöglichen, nicht kontrollieren
  • Prozesse strukturieren, ohne sie zu verengen
  • Komplexität handhabbar machen, ohne sie zu reduzieren

2. Lernen als sozialer und systemischer Prozess

Mein Lernverständnis ist sozialkonstruktivistisch geprägt: Lernen entsteht durch Erfahrung, Interaktion und Reflexion – nicht durch reine Wissensvermittlung. Menschen entwickeln neue Perspektiven, indem sie bestehende Annahmen hinterfragen und in Beziehung zu anderen setzen.

Besonders im projektbasierten Lernen zeigt sich Lernen als gemeinschaftlicher Prozess, in dem Verantwortung, Rollenverständnis und Selbstorganisation eine zentrale Rolle spielen. Lernende wie Lehrende bewegen sich dabei in dynamischen Aushandlungsprozessen, die bewusst begleitet werden müssen.


3. Projektbasiertes Lernen als Entwicklungsraum

Projektbasiertes Lernen ist für mich mehr als eine didaktische Methode. Es ist ein Entwicklungsraum, in dem Lernen, Zusammenarbeit und organisationale Strukturen gleichzeitig wirksam werden.

Gerade durch Offenheit, Selbstorganisation und reale Problemstellungen entsteht eine hohe Komplexität. Diese wird produktiv, wenn Rollen geklärt, Erwartungen transparent und Lernprozesse systematisch reflektiert werden.

Meine Arbeit setzt hier an der Schnittstelle von:

  • individueller Kompetenzentwicklung
  • Team- und Gruppenlernen
  • organisationaler Anschlussfähigkeit

4. Komplexe adaptive Systeme & ihre Wertflüsse

Zur Analyse von Zusammenarbeit und Wirkung nutze ich ein systemisches Verständnis sozialer Systeme als komplexe adaptive Systeme. In solchen Systemen entstehen Entwicklung und Lernen nicht linear, sondern durch vielfältige Wechselwirkungen, Feedback und Selbstorganisation.

Ein zentrales Analyseinstrument ist die Betrachtung von Rollen- und Wertflüssen:

  • Welche Beiträge erzeugen Wirkung?
  • Wo entstehen Aufwände, Risiken oder Blockaden?
  • Wie gleichmäßig sind Wertschöpfung und Verantwortung verteilt?

Je ausgewogener Wertflüsse in einem Netzwerk gestaltet sind, desto leistungsfähiger und lernfähiger ist das System insgesamt.


5. Rolle, Reflexion und Wirksamkeit

Ein zentrales Element meiner Arbeit ist die Reflexion der eigenen Rolle im System. Menschen entwickeln metakognitive Fähigkeiten, indem sie ihr Handeln, ihre Annahmen und ihre Wirkung bewusst wahrnehmen.

Diese Reflexion ermöglicht:

  • bewusstere Entscheidungen
  • gezieltere Impulse im System
  • nachhaltige Veränderung ohne Übersteuerung

Wirksamkeit entsteht dort, wo Menschen ihre Rolle klar sehen und Verantwortung in Beziehung zum Gesamtsystem übernehmen.


Diese fachlichen Grundlagen bilden den Rahmen meiner Arbeit. In der konkreten Zusammenarbeit werden sie nicht theoretisch vermittelt, sondern praktisch erfahrbar – immer orientiert an Ihrem Kontext und Ihrer Fragestellung.


Wenn Sie mehr lesen möchten finden Sie hier ausgewählte Forschungsbeiträge zum Thema.

Kernpublikationen

Facilitating Facilitators (Dissertation, 2024)
Entwicklung von Lehrendenrollen und Facilitation im projektbasierten Lernen. (geschützt)

Value Network Analysis for Facilitator Development (MethodsX, 2024)
Methodische Innovation zur Analyse von Rollen, Interaktionen und Wirkung.

Creating Business Process Intelligence Through Value Network Analysis (IGI Global, 2024)
Analyse von Wertflüssen als Grundlage wirksamer Zusammenarbeit.

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